Auf in die Tulpen - Ausfahrt der Campingfreunde Musikantenland
Vom 24.04 bis 02.05.2026 trafen sich insgesamt 26 Einheiten auf Urk (https://touristinfourk.nl/) auf dem Campingplatz Urkerbos (https://www.urkerbos.nl/de). Kees und seine Frau Franziska vom Niederländischen Camping Club hatten eine Fahrt in die Tulpen organisiert.
In den Niederlanden gibt es drei große Anbaugebiete für Tulpen, genauer gesagt geht es dabei nicht um die Blüten, sondern die Zwiebeln sind die Verkaufsobjekte. Die Blüten werden, damit es möglichst große Zwiebeln gibt, einfach direkt unterhalb der Blüte abgeschnitten und entsorgt. Den meisten ist die Gegend um den Keukenhof durchaus ein Begriff, das zweite Anbaugebiet liegt in der Provinz Noord-Holland rund um den Ort Julianadorp und das dritte und wahrscheinlich auch größte Anbaugebiet befindet sich auf dem Noordoostpolder, der sich an die ehemalige Insel Urk anschließt und ehemals Meeresboden war. Rund um den Campingplatz finden sich zahlreiche Tulpenfelder, wobei die Tulpen dem Boden einiges abverlangen, was dazu führt, dass ein Fruchtwechsel zwingend erforderlich ist und erst nach fünf Jahren erneut Tulpen gepflanzt werden können.
Eröffnet wurde die Rally am Freitag 24.04 im Aufenthaltsraum mit einer kleinen Vorstellungsrunde und den wichtigsten Informationen zum Programm. Anschließend wurde der gemütliche Teil eingeläutet. Apropos Geläute auf Urk gibt es sehr viele Kirchen, die zu den Gottesdiensten auch immer sehr gut besucht sind.
Der Samstag (25.04) stand ganz im Zeichen der Tulpen. Mit dem Fahrrad oder auch dem Auto ging es auf eigene Faust zu den verschiedenen Hot-Spots der Tulpenroute (https://tulpenfestival.nl/). In den Orten Nagele und Ens hatten zahlreiche Freiwillige aus den Tulpenblüten tolle Mosaike erstellt, in Marknesse konnten Tulpen gepflückt werden. Die Betonung liegt auf Pflücken, denn keine Tulpe wird abgeschnitten, sondern man umfasst kurz über dem Boden den Stiel und kann dann die Tulpe herausziehen, wobei die Zwiebel im Boden verbleibt. Im Ort Espel wartete ein Schaugarten mit vielen hundert verschiedenen Tulpenarten auf die Besucher und die ganz Mutigen konnten auch einen Helicopterflug über das Blütenmeer machen. Zurück auf dem Campingplatz wurde natürlich das Erlebte in geselliger Runde geteilt.

Der heutige Noordoostpolder besteht aus dem ehemaligen Meeresboden der Zuiderzee und ein paar kleinen Inseln. Eine davon ist Schokland (https://www.museumschokland.nl/). Hier wartete ein leckerer Beerenkuchen mit Kaffee oder Tee auf die Camper, anschließend ging es in das Museum, wo die Geschichte der Polderlandschaft und von Schokland dargestellt ist. Allerdings mussten die Hunde draussen warten. Das an die ehemalige Insel angrenzende Gelände ist als Naturschutzgebiet für schöne Spaziergänge geeignet und wurde von den Hundebesitzern genutzt.
Der 27.04 war der Koningsdag, also der Königstag und das wurde wie in der ganzen Niederlande auch auf Urkl gefeiert mit Umzügen, Krammarkt und natürlich ganz viel Sport und Spaß für die Kinder. Wir haben ebenfalls dem König William Alexander unsere Ehre erwiesen, bei der nachmittäglichen Kaffeetafel und oranje Tompouse. Für alle, die Tompouse nicht kannten, erklärte Kees erst einmal, wie man das Teilchen am Besten essen kann vorsichtig mit zwei Fingern den Deckel mit der Zuckergussglasur abnehmen und essen, anschließend kann der Rest bestehend aus einer Puddingcreme und einem Blätterteigboden dann gewohnt mit der Kuchengabel gegessen werden.

Am Dienstag ging es zu einem Welt-Kultur-Erbe, das Woudagemaal (https://www.woudagemaal.de/; https://de.wikipedia.org/wiki/Woudagemaal), dem größten noch funktionierenden Dampfpumpwerk der Welt. Derzeit wird Woudagemaal nur noch selten genutzt. Für technikbegeisterte Camper ein muss bei einem Besuch in der Region, allerdings warten auch hier Hunde wieder vor dem Museum.
Mittwoch war „Ruhetag“, am Abend gab es dann eine gemütliche Runde bei Gegrilltem, Salaten und Flüssignahrung, Zeit die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.
Für Donnerstag 30.04 hatten Franziska und Kees sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen, einen Ausflug nach Pantropica (https://pantropica.nl/de/). Die ursprüngliche Orchideengärtnerei beherbergt inzwischen eine Vielzahl an Vögeln, die in der Freiflughalle bestaunt werden konnten, aber auch Flamingos oder riesige Welse in ihren Aquarien. Daneben werden die Orchideen abwechslungsreich präsentiert und wer nach soviel Farbenpracht den Urlaub mit nach Hause nehmen möchte, kein Problem, es gibt auch sehr ausgefallene Orchideen zu kaufen. Bis auf die Freiflughalle durften die Hunde überall mit hin.

Am 01.05, also unserem Tag der Arbeit, wurde es nochmal spannend, auf einer geführten Ginkietour durch das alte Urk erzählten die Gästeführern einige Anekdoten. Warum liegt in der Nähe des Leuchtturms im Wasser ein großer Stein? Wieso sind die Urker nicht mehr katholisch? Wie hat man im Mittelalter als es das Ijsselmeer noch nicht gab auf Urk gelebt? Wer die Antworten wissen möchte, sollte auch einmal Urk besuchen und das alte Dorf erkunden. Beim gemeinsamen Abendessen waren sich alle Teilnehmer einig: Franziska und Kees hatten ein tolles Programm organisiert, danke nach Almere.
Leider war am 02.05 alles wieder zu Ende und die meisten machten sich am Samstag wieder auf den Heimweg.
Neugierig geworden? Dann schaut doch mal ins Internet, im nächsten Jahr werden die Tulpen wieder auf dem Noordoostpolder blühen, aber auf ganz anderen Feldern.
Allzeit Gute Fahrt wünscht
Anja Froese-Tölke Pressereferentin Camping-Freunde Musikantenland